10 Jahre Dorfladen Pfrondorf
Er ist nicht mehr wegzudenken aus dem Stadtteil und trägt dazu bei, dass Pfrondorf wieder eine Ortsmitte hat. Der Dorfladen Pfrondorf feierte am Dienstag, 12. Februar 2013, sein zehnjähriges Bestehen.
Der ehemalige Ortsvorsteher Anton Hellstern kann sich noch gut daran erinnern, wie er sich gemeinsam mit dem Ortschaftsrat auf die Suche begab. Er suchte nach einer Möglichkeit, wieder ein Lebensmittelgeschäft in dem 3400 Einwohner zählenden Stadtteil realisieren zu können. „Es war ein mühsamer Weg“, sagt Hellstern im Rückblick. Nachdem die Coop-Filiale 1991 in Pfrondorf geschlossen wurde, mussten die Pfrondorfer bis auf den Metzger und Bäcker vor Ort mit dem Auto in den umliegenden Supermärkten einkaufen. Das machen die Pfrondorfer zwar bis heute, doch für den alltäglichen Bedarf oder speziell für frisches Gemüse und Obst vom
Biobauern können sie jetzt zuhause bleiben. Eine Umfrage hatte damals ergeben: Viele Pfrondorfer wünschten sich sowohl Bio-Ware als auch konventionelle Lebensmittel.
Mit dem Dorfladen Pfrondorf bekamen sie beides. Eine Gruppe von rund 20 Aktiven schaute sich verschiedene Projekte an, rechnete nach, ob sich ein Laden mit Vollsortiment in Pfrondorf rentiert und entschied, den Laden als Genossenschaft zu führen. Zu den Gründungsmitgliedern zählte auch Ortsvorsteher Hellstern. Von Anfang an aktiv dabei waren auch die Ortschaftsräte Helga Vogel und Tilla Keplinger sowie Evi Weber. Seit zehn Jahren steckt Keplinger vom Vorstand viel Zeit und Energie in den Dorfladen. Der dreiköpfige Vorstand kümmert sich ums Personal, um die Bankgeschäfte und Preisgestaltung. Jeden Mittwochnachmittag, so Keplinger, müssen die Kasse aktualisiert und die neuen Sonderpreise eingelesen werden. Alle zwei Wochen gibt es eine Sitzung, die akribisch protokolliert werden muss. „Unsere Vorstandsarbeit entspricht ungefähr einer 40-Prozent-Stelle“, sagt Keplinger. Das funktioniere deshalb so gut, weil sie beispielsweise nur eine Teilzeitstelle in ihrem Beruf als Krankenschwester habe und auch die Partner „hinter uns stehen“. Besonders gefragt sind im Dorfladen die frischen Bio-Lebensmittel, die zum Teil von Bauern aus der Region kommen. Wirtschaftlich betrachtet ist der Dorfladen aus Keplingers Sicht „nicht gerade ein Erfolgsmodell“. Man komme meistens „auf null heraus“ und der Stundenlohn für die Angestellten sei „an der Unterkante“. Dafür aber sei der Dorfladen „unabhängig und ein beliebter Treffpunkt“. So gesehen fällt Keplingers Resümee positiv aus: „Es ist toll, dass der Dorfladen schon seit zehn Jahren gut geht.“
Ortsvorsteher Siegfried Rapp sieht eine „gleichmäßige Entwicklung“. Jeder Einwohner „kauft im Durchschnitt ein Ei pro Tag im Dorfladen“, freut er sich. Bei runden Geburtstagen gebe es Einkaufsgutscheine, für örtliche Feste bestelle man ebenfalls im Laden. Für sich kauft Rapp regelmäßig diverse Tageszeitungen, und Edith Hellstern kauft mehrmals in der Woche dort ein. „Der Dorfladen, sagt sie, ist schon ein Treffpunkt. Sonst sieht man sich ja gar nicht.“
Zum 10-jährigen Jubiläum gratulieren wir ganz herzlich und hoffen auf viele weitere runde Jubiläen.