5-Fragen an Torsten Eichinger
Geschäftsführer MCS Marketing und Convenience-
Shop System GmbH mit Sitz in Offenburg.
In der MCS-Gruppe sind regionale Convenience- und
Lebensmittel-Großhandlungen zusammengeschlossen.
Text: Alfred Kirst Foto: MCS
Quelle: tankstelle 09-2019
- Wie haben sich Tankstellen-Sortimente seit der Gründung
von MCS 1997 verändert und welche Rolle spielt die zunehmende
Bedeutung von Convenience dabei?
Die Sortimente haben sich bei der MCS entsprechend den
Anforderungen des Marktes verändert. Während zu Beginn
die Tabakwaren, Getränke und Süßwaren im Fokus standen,
beschäftigen wir uns inzwischen zusätzlich mit den
bedeutenden Produktgruppen Bistro oder E-loading. Gerade
die Bistro-Sortimente müssen für den zunehmenden Außer-
Haus-Verzehr immer convenienter sein.
- Sortimentsneuheiten sind ein wesentlicher Faktor im
Convenience-Shop. Nach welchen Kriterien wählen Sie neue
Produkte für eine Listung bei MCS aus?
Die Produkte müssen sich im Shop gut verkaufen lassen
und für eine gute Spanne beim Shopbetreiber sorgen. Die
Regalfläche im Tankstellenshop ist sehr begrenzt, daher geht
es darum, mit der eingeschränkten Fläche die bestmögliche
Produktivität zu erzielen.
- Nicht nur Sortimente entwickeln sich weiter, sondern auch
die Services drum herum. In welchem Bereich hat MCS sein
Serviceangebot in den letzten Jahren am stärksten ausgebaut?
Insbesondere alle Services rund um die Aktionsgestaltung –
ob analog oder digital – wurden und werden ausgebaut. Aber
auch die klassische Sortimentsberatung bis hin zum Category
Management in Verbindung mit intensiver Außendienstbetreuung
stehen im Fokus unserer Dienstleistungspalette.
- Heute reicht es nicht mehr, ein ordentliches Sortiment
zu präsentieren. Wie unterstützen Sie Ihre Kunden dabei, Produkte
und Aktionen individuell auf den Kunden zugeschnitten
zu bewerben?
Da muss ich etwas widersprechen. Häufig beginnt unser
Außendienst in den Stationen damit, die Sortimente und die
Präsentation zu optimieren. Erst wenn diese Basics erfüllt
sind, kann man weiter mit Aktionen oder Sortimentsmodulen
darauf aufbauen. Wir bieten unseren Kunden dann zusätzliche
Aktionstools und spezielle Sortimentsmodule beispielsweise
für Spirituosen-Mix-Getränke oder Kinderprodukte.
- Wie beurteilen Sie den Einfluss von E-Mobilität und automatischem
Bezahlen auf den Shop und damit letztlich auf
die Umsätze im Shop?
Solange die Autofahrer ihre E-Fahrzeuge an den Ladesäulen
einer Tankstelle aufladen, bleiben sie als Kunden erhalten.
Leider steigt die Wahrscheinlichkeit, dass sich das Laden der
Fahrzeuge zu einem großen Teil auf andere Möglichkeiten
im Einzelhandel oder am Arbeitsplatz beziehungsweise zuhause
verlagern wird. Dann wird das auch entsprechende
Folgen für die Shopumsätze haben. „Pay at the pump“ muss
nicht zwangsläufig zu Umsatzrückgängen im Shop führen.
Erfahrungen im Ausland zeigen, dass die Auswirkungen sogar
positiv sein können. Studien belegen, dass rund 45 Prozent
der Kunden nach einer Bezahlung an der Säule den Shop
aufsuchen. Gespräche mit Shopbetreibern in Skandinavien
haben das bestätigt.

Torsten Eichinger