Nah, näher, Utz
Quelle: Markant Magazin 06.2021
Gerade in Zeiten des boomenden Online-Handels und der Discount-Märkte setzen sich Nahversorger wieder durch. Am Wochenende schnell zu Fuss etwas Brot und Aufschnitt fürs Frühstück besorgen – oder nachmittags das Päckchen Mehl, das fürs Backen benötigt wird: Dorflädenund Tante-Emma-Geschäfte feiern gerade ein Comeback.
Der fortschreitende Strukturwandel und ein wachsendes Bewusstsein für Regionalität sind sicherlich Gründe dafür. „Kunden schätzen eine vor Ort funktionierende Grundversorgung wieder mehr“, weiss Rainer Utz, Inhaber und Geschäftsführer von Utz Lebensmittel. Sein Unternehmen beliefert über 1.000 Einzelhändler und ist die vergangenen Jahre stark gewachsen – nicht zuletzt auch als Regionalpartner der MCS.
Im Vertriebszweig Nahversorgung ist es Utz Lebensmittel so gelungen, nicht nur den Abschmelzungsprozess in ländlichen Regionen zu stoppen, sondern sogar neue Standorte zu erschliessen. Ein wichtiger Faktor, um sowohl die Nahversorgung als auch die Beschäftigung der über 100 Mitarbeiter für die Zukunft zu sichern. Dafür wurden nun auch in der Geschäftsführung die Weichen neu gestellt: Seit Juni trägt Neffe Matthias Utz als zweiter Geschäftsführer die Personalverantwortung und löste damit Roswitha Utz-Parusel ab. Die Ehefrau von Rainer Utz bleibt dem Unternehmen beratend als treibende Kraft mit Veränderungsbereitschaft und Gestaltungswillen erhalten.
„Was unser Erfolgsrezept ausmacht, ist ausserdem der hohe Beratungs- und Betreuungsaufwand, den wir insbesondere bei der Gründung von Dorfläden leisten“, erklärt Rainer Utz. In Baden-Württemberg und Bayern werden derzeit 85 derartige Läden betreut. „Als mittelständisches Unternehmen mit überschaubaren Strukturen können wir schnell und flexibel auf Kunden-und Marktanforderungen reagieren und bewegen uns sehr nah am Kunden. Das schafft Vertrauen.“ Wachstumsimpulse kamen aber insbesondere auch aus dem Vertriebskanal Convenience, wo das Unternehmen seinen Kundenstamm mit Tankstellen und Kiosken als Partner der MCS stetig vergrössern konnte. „Das Netz an Tankstellen hat sich – entgegen anders lautenden Prognosen – in den vergangenen Jahren sehr stabil gezeigt. Dabei ist die Qualität der Shops deutlich besser geworden. Nicht nur in Design und Funktion, sondern auch im Sortiment“, sagt Rainer Utz. Trotz eines breiten Angebots an Supermärkten und Discountern nutzen Verbraucher Tankstellenshops gerne für den Impulskauf oder den kurzfristigen Bedarf. „Die MCS leistet für uns dabei die zentrale Vertragsgestaltung, die Abwicklung bei der Belieferung von nationalen Kunden und die komplette Marketingausrüstung.“
Dafür hat Utz Lebensmittel am Firmensitz im schwäbischen Ochsenhausen ordentlich aufgerüstet. 2020 wurde das Logistikzentrum um 2.500 Quadratmeter und neun zusätzliche Tore für Wareneingang und -ausgang erweitert, die Flächen für Plus- und Tiefkühlung um fast die Hälfte erweitert und ein neues Lager in Betrieb genommen. „Dadurch profitieren unsere Kunden durch noch mehr Qualität und Zuverlässigkeit in der Warenversorgung.“

Seit Juni teilt sich Rainer Utz (l.) die Geschäftsführung mit seinem Neffen Matthias Utz.

Erfolgreich gewachsen: 2020 wurde das Logistikzentrum am Firmensitz in Ochsenhausen um 2.500 Quadratmeter erweitert.